Hannes Sonnberger
Dieser Spruch stand auf einer Kreidetafel beim Eingang eines sehr guten indischen Lokals im 8. Wiener Bezirk. Es war nur ein paar Schritte von einem Wohnbüro entfernt, in dem ich vier Jahre lang lebte und arbeitete.
Ich benütze das Zitat noch heute, wenn ich erkläre, was systemische Arbeit ist.
(Ich bin systemisch ausgebildet und zertifiziert, denn das entspricht exakt meinem Menschenbild.)
Wenn ich etwas bewegen will, dann muss ich mich selbst bewegen. Wenn sich mein Zahnrad im Uhrwerk meines Lebens anders dreht, als bisher, dann werden sich auch die anderen Zahnräder über kurz oder lang anders drehen.
In jüngster Zeit muss ich oft an dieses Zitat denken. Immer dann, wenn sich verantwortliche Politiker*innen vor ihrer Verantwortung drücken wollen und sich darauf ausreden, dass es bei der Kleinheit der Bedeutung des eigenen Landes im Weltmaßstab ja nicht auf den eigenen Impuls ankäme.
Von hier zur Opfermentalität ist es nur ein kleiner Schritt und von der Opfermentalität in den Totalitarismus nur noch einen Steinwurf.
Viele erinnern sich sicher noch an die Polemik, dass die Bemühungen um die Senkung der CO₂-Werte eh sinnlos sind, solange China sich nicht darum kümmert. China hat sich mittlerweile darum gekümmert und den CO₂-Wert unterhalb der Latte vieler westlicher Industrienationen gedrückt. Und nun?
Wenn von Technologie-Initiativen, Fortschritts-Offensiven und ähnlichem die Rede ist, sollte auch die entsprechende Mentalität mitgehen.
Wer in dieses Wirtshaus nicht essen geht, wird verhungern. So wie der Wirt auch.
